Unsere Bürgerstiftung in Zahlen
| Gründung zum: | 1. Juni 2006 |
| Gründungskapital | 250.000 Euro |
Stiftungsvermögen zum 31.12.2010: |
407.550 Euro |
| - davon Namenfonds "Berghilfe" | 27.000 Euro |
| - davon Namenfonds "Alexander-Lebenstein" | 25.250 Euro |
| Anzahl der Gründungsstifter: | 83 |
| Anzahl der Stifter bis zum 31.12.2010: | 121 |
| Hilfe für Mitbürger / Projekte in Haltern am See seit Gründung bis zum 31.12.2010: |
83.705 Euro |
| Verwaltungsausgaben 2010: | 395 Euro |
Chronik
der Bürgerstiftung Halterner für Halterner
19.
Oktober 2005: 1. Treffen einer „Keimzelle“ zur Gründung einer
Bürgerstiftung in der Gaststätte „Kolpingtreff“ am Disselhof. Die
Gründung wird am selben Abend besiegelt.
3.
April 2006:
Öffentliche Informationsveranstaltung, um allen Bürger/innen der Stadt
die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren.
15.
Mai 2006:
Letzter Tag zur Abgabe der schriftlichen Erklärung, die Stiftung mit zu
gründen. Ergebnis: 83 Gründungsstifter stellen 250.000 Euro zur
Verfügung: 246.000 Euro als Stiftungskapital, 4000 Euro für die
sofortige Arbeit.
22. Mai 2006: Eine Abordnung
übergibt der Bezirksregierung in Münster die Unterlagen zur Anerkennung
der Bürgerstiftung.
1. Juni 2006: Das Land NRW
erkennt die Bürgerstiftung Halterner für Halterner als rechtskräftig an.
16.
Juni 2006: Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz übergibt bei einer
Feierstunde im Schloss Sythen dem Vorstand, dem Stiftungsrat, den
Gründungsstiftern und einigen Gästen die Anerkennungsurkunde des Landes
NRW.
1.Oktober 2007: Übergabe des Gütesiegels
des
Bundesverbandes Deutscher Stiftungen an die Bürgerstiftung Haltern. Das
Siegel ist Nachweis, dass die Stiftung die zehn Qualitätsmerkmale einer
Bürgerstiftung erfüllt. Dieses muss alle zwei Jahre erneut nachgewiesen
werden.
23. Juni 2008: Die Bürgerstiftung
Halterner für
Halterner wird im Landeswettbewerb „Generationen miteinander“ für ihr
Projekt „Meisterschule“ in der Kategorie „Voneinander lernen“ mit einem
der (gleichwertigen) Preise ausgezeichnet.
11.
März 2009: Das 2. Meisterschulprojekt startet mit Schülern der
Joseph-Hennewig-Schule, diesmal zum Thema Tischlerhandwerk.
Ausführliche Chronik
Am
19. Oktober 2005 trifft sich erstmals eine „Keimzelle“ Halterner
Bürgerinnen und Bürger getroffen. Die Initiative ging von Beate
Mertmann aus, die als Redaktionsleiterin der Westdeutschen Allgemeinen
Zeitung in Haltern am See erfahren hatte, dass auch in dieser schönen
Stadt mehr und mehr Menschen von Armut bedroht sind oder doch zumindest
Unterstützung benötigen.
Die
Versammelten sind
allesamt für die Gründung einer Bürgerstiftung. Als sich noch am selben
Abend drei Ehepaare sowie ein Vertreter eines Halterner
Kreditinstitutes schriftlich verpflichten, das zur Gründung notwendige
Mindestkapital von 50.000 Euro bereit zu stellen, steht die Gründung
fest. Weitere Anwesende kündigen sofort an, dass sie „ebenfalls dabei
sind“. Ort: Gaststätte „Kolpingtreff“ am Disselhof.
„Der
Ort“, erklärt Beate Mertmann hinterher der Presse, „hätte passender
nicht sein können. Denn hier war früher die Gaststätte ,Unterstand’ –
und die Bürgerstiftung soll ja eine Art Schutz für Halterner werden,
und für die Lebensqualität in der Stadt.“
Von
jetzt an
gilt es, weitere „Anstifter“ zu finden. Das geschieht durch persönliche
Ansprache und durch Presseveröffentlichungen. Am 3. April 2006
schließlich laden die Initiatoren alle Bürger der Stadt zu einem
Informationsabend in die Räume der Volksbank ein. Es soll jede/jeder
die Möglichkeit haben, die Bürgerstiftung mit zu gründen. Schriftliche
Erklärungen dazu – mitsamt Angabe der Summe, die eingebracht wird –
sind bis zum 15. Mai 2006 möglich.
Nebenher
arbeitet die –
inzwischen schon etwas gewachsene – „Keimzelle“ intensiv an der
Satzung. „Eine solche Satzung zu erarbeiten, ist unglaublich
interessant, aber auch ungeheuer arbeitsintensiv, es erfordert absolute
Konzentration und Disziplin. Das lässt sich einfach nicht in großer
Runde machen. Ich hätte nie gedacht, dass dabei so vieles bedacht
werden muss. Ich möchte allen Mitstreitern ein dickes Dankeschön sagen:
Die Arbeit war sehr effektiv und dies allzeit in total angenehmer
Atmosphäre, frei von Eitelkeiten“, sagt Beate Mertmann, als es
geschafft ist.
Als „Glücksfall für uns alle“
habe sich
dabei der in Sythen wohnende Dr. Bernd Andrick erwiesen. Der Jurist,
Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, ist
Stiftungsexperte, hat mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht, nicht
zuletzt
die Bundesregierung bei der Novellierung des
Stiftungsrechts beraten. „Ich danke ihm ganz herzlich für seine Arbeit.
Und für seine Geduld bei der tiefgehenden Diskussion der einzelnen
Punkte. Denn zumindest wir Laien in dem Kreis waren uns nicht darüber
klar, welche Fallstricke in solch einer Satzung lauern, die ja auf
Ewigkeit angelegt ist“, so die – zwischenzeitlich von der
„Keimzelle“ gewählte – erste Vorsitzende.
Am 22.
Mai 2006
übergibt eine Abordnung, allen voran der inzwischen ebenfalls gewählte
Geschäftsführer Franz-Josef Wessels, der Bezirksregierung in Münster
die Unterlagen zur rechtlichen Anerkennung der Bürgerstiftung. 83
Stifterinnen und Stifter haben das beachtliche Startkapital von 250.000
Euro zusammengetragen – 246.000 Euro als Stiftungskapital, 4000 Euro
für die sofortige Arbeit.
Mit Datum vom 1. Juni
2006 wird
die Bürgerstiftung Halterner für Halterner vom Land NRW als
rechtskräftig anerkannt. Die Urkunde darüber übergibt der Vizepräsident
der Bezirksregierung Münster, Alfred Wirtz, bei einer Feierstunde am
16. Juni 2006 im Schloss Sythen.
Halterns
Bürgermeister
Bodo Klimpel sagt dabei: „Als Bürgermeister kann ich nur erfreut und
stolz darüber sein, was beherzte und mutige Bürgerinnen und Bürger in
verhältnismäßig kurzer Zeit, in nur wenigen Monaten, auf die Beine
stellten. Ich hatte fast den Eindruck, man hat hier bei uns in Haltern
am See förmlich auf diese Initiative gewartet.“
Die
Halterner
Gründungsstifter hätten „die richtige Antwort auf die aufrüttelnden
Worte gegeben, die John F. Kennedy schon 1961 bei seiner Amtseinführung
als amerikanischer Präsident gestellt hat: Statt zu fragen, was der
Staat für mich tun kann, zu fragen: Was kann ich für den Staat tun?“
Am
1.Oktober 2007 können die Vorstandsmitglieder Gerd Koop und Fanz-Josef
Wessels in Siegen das Gütesiegels des Bundesverbandes Deutscher
Stiftungen in Empfang nehmen. Es darf als Nachweis getragen werden,
dass die Stiftung die zehn Qualitätsmerkmale einer Bürgerstiftung
erfüllt. Um das Siegel weiterhin tragen zu dürfen, muss der Nachweis
alle zwei Jahre erneut werden.
Ihren ersten
Preis bekommt
die Bürgerstiftung Halterner für Halterner am 23. Juni 2008 im
Ständehaus in Düsseldorf - gleich einen hochrangigen: im
Landeswettbewerb „Generationen miteinander“ in der Kategorie
„Voneinander lernen“. Und zwar für ihr Projekt
„Meisterschule“.
Seit
Gründung sind bereits weitere Halterner Stifterinnen bzw. Stifter
geworden oder unterstützen die Ziele der Bürgerstiftung durch Spenden.
Neben
Einzel-Spenden oder Verzicht auf Geburtsgeschenke etc. ragen diese
Aktivitäten heraus:
Die
„Lippramsdorfer Frauen“ arbeiten das ganze Jahr 2007 zugunsten der
Bürgerstiftung Halterner für Halterner. Der Verkauf ihrer
kunsthandwerklichen Werke und kulinarischen Schlemmereien erbringt 5000
Euro.
Der Carvingclub Lippramsdorf organisiert
am 26. Januar
2008 anlässlich seines 10-jährigen Bestehens einen Biathlon- und
Eisstockschieß-Aktionstag samt zünftiger Apres-Ski-Party.
Erlös
zugunsten der Bürgerstiftung: 15.689,29 Euro.
Am
27. April 2008 kocht und serviert der Freibadverein Sythen im Pfarrheim
St. Joseph „Suppe und Brot“. Den Erlös spenden die Mitglieder der
Bürgerstiftung – „aus Solidarität mit den Hilfsbedürftigen in dieser
Stadt und mit hier ebenfalls ehrenamtlich Tätigen“, wie sie begründen.
Der
Abiturjahrgang 2008 spendet die Kollekte aus ihrem Entlass-Gottesdienst
je zur Hälfte an die Halterner Tafel und an die Bürgerstiftung.
Die
Lippramsdorferinnen Anne Voyé und Helena Schäfer arbeiten das ganze
Jahr 2008 hindurch Kunsthandwerkliches zugunsten der Bürgerstiftung.



